Eine Hafenstadt mit planmäßigem Grundriss
Neustadt in Holstein liegt an der Lübecker Bucht, 32 Kilometer nördlich von Lübeck. 1244 erhielt die Stadt das lübsche Stadtrecht. Ihr Grundriss folgt demselben Schema wie der von Kiel, angelehnt an das Vorbild Lübeck: ein planmäßig angelegter Stadtkern rund um Markt und Kirche.
Aus der Hafengeschichte sind markante Bauten geblieben, allen voran der Pagodenspeicher von 1830, ein ehemaliger Kornspeicher. Dazu kommen die backsteingotische Stadtkirche, das klassizistische Rathaus von 1818/20 nach Plänen von Christian Frederik Hansen, das Heiliggeist-Hospital von 1344 und das mittelalterliche Kremper Tor.
Altbau in der Altstadt: erst klären, dann planen
Wer in der Altstadt ein älteres Haus besitzt, sollte vor Arbeiten am Dach klären lassen, ob es unter Denkmalschutz steht oder eine örtliche Satzung Dachform, Gauben und Fassade regelt. Davon hängt ab, welche Materialien infrage kommen und ob eine Gaube zur Straße überhaupt möglich ist.
Technisch beginnt jede Arbeit an einem alten Dachstuhl mit einer Bestandsaufnahme: Welche Hölzer tragen noch, wo hat Feuchtigkeit Schaden angerichtet, und welche früheren Umbauten haben das Tragwerk verändert? Erst danach lässt sich entscheiden, was repariert, verstärkt oder ersetzt wird.
Pelzerhaken und Rettin: Wohnen am Strand
Die Sandstrände der Stadt liegen in den Ortsteilen Pelzerhaken und Rettin. Pelzerhaken liegt etwa vier Kilometer südöstlich der Kernstadt; dort steht auch der Leuchtturm Pelzerhaken, dessen heutiger Turm 1936/37 gebaut wurde.
Für Holzbauten so nah am Wasser zählen andere Details als in der Innenstadt. Ein Terrassendach oder Carport muss gegen Windsog verankert sein, Verbindungsmittel und Beschläge sollten aus Edelstahl bestehen, und eine Holzfassade braucht auf der Wetterseite einen Aufbau, hinter dem Schlagregen rasch abtrocknet.