Auf, zwischen oder unter den Sparren – welche Dämmung passt?
Die drei Varianten unterscheiden sich darin, wo der Dämmstoff im Verhältnis zu den Sparren liegt und ob von außen oder von innen gearbeitet wird. Welche Lösung passt, hängt vom Zustand der Eindeckung ab, außerdem davon, ob das Dachgeschoss bewohnt wird, und von den Anschlüssen an Giebel und Traufe. Häufig werden zwei Varianten kombiniert:
- Aufsparrendämmung: Dämmplatten liegen als durchgehende Schicht über den Sparren. Wärmebrücken entfallen weitgehend, und die Sparren bleiben innen sichtbar. Sinnvoll, wenn die Eindeckung ohnehin abgenommen wird; das Dachpaket wird dabei höher.
- Zwischensparrendämmung: Der Dämmstoff füllt die Felder zwischen den Sparren. Seine Dicke ist durch die Sparrenhöhe begrenzt, lässt sich aber durch aufgedoppelte Hölzer vergrößern.
- Untersparrendämmung: eine zusätzliche Lage auf der Raumseite, meist ergänzend zur Zwischensparrendämmung. Sie überdeckt die Sparren als Wärmebrücken und schafft Raum für Leitungen, kostet aber etwas Raumhöhe.
Was leisten Unterdeckung und Lattung?
Unter Ziegeln oder Dachsteinen liegt eine zweite wasserführende Schicht, die Unterdeckung. Sie leitet Flugschnee, Treibregen und Tauwasser, das sich an der Unterseite der Eindeckung bildet, zur Traufe ab. Heute werden dafür diffusionsoffene Bahnen oder Unterdeckplatten aus Holzfaser verwendet: Sie halten Wasser ab, lassen Wasserdampf aus der Dämmung aber entweichen. Welche Ausführung bei welcher Dachneigung genügt, legen die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks fest.
Auf der Unterdeckung verläuft eine Konterlattung in Richtung der Sparren. Sie schafft einen belüfteten Zwischenraum, in dem Feuchtigkeit abtrocknen kann. Quer darüber folgt die Traglattung, deren Abstand sich nach dem Ziegelformat richtet. Unterdeckung und Lattung gehören zum Zimmererhandwerk. Die neue Eindeckung mit Ziegeln oder Dachsteinen übernimmt die Zimmerei Weidenthal ebenfalls – so kommen Dämmung, Unterdeckung und Eindeckung aus einer Hand.
Warum entscheidet die Luftdichtheit über Bauschäden?
In gedämmten Dächern entstehen die meisten Feuchteschäden nicht durch Diffusion, sondern durch Luftströmung. Warme Raumluft, die durch eine Fuge in die Dämmung zieht, kühlt dort ab und gibt ihre Feuchtigkeit als Tauwasser ab. Schon durch eine kleine Leckage kann ein Vielfaches der Wassermenge in die Konstruktion gelangen, die durch eine intakte Fläche diffundiert.
Deshalb wird raumseitig eine Dampfbremse verlegt, deren Stöße, Durchdringungen und Anschlüsse an das Mauerwerk verklebt werden. Feuchtevariable Bahnen lassen im Sommer eingedrungene Feuchte nach innen austrocknen. Bei einer Sanierung von außen kann die Bahn schlaufenförmig über und unter den Sparren geführt werden. Ob die Hülle dicht ist, zeigt eine Luftdichtheitsmessung, der sogenannte Blower-Door-Test.
Was verlangt das Gebäudeenergiegesetz?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) stellt Anforderungen an Bauteile, die erneuert werden. Wird ein Dach in größerem Umfang saniert, muss es danach einen bestimmten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) einhalten. Außerdem kennt das Gesetz Nachrüstpflichten, etwa für ungedämmte oberste Geschossdecken. Für selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es Sonderregeln, die unter anderem an einen Eigentümerwechsel anknüpfen.
Welche Werte im Einzelfall gelten, sollte vor Beginn geklärt werden – mit dem Planer oder einem Energieeffizienz-Experten. Für die Ausführung bedeutet das: Dämmdicke und Wärmeleitfähigkeit des Dämmstoffs müssen zusammen den geforderten Wert erreichen, und die Anschlüsse dürfen keine neuen Wärmebrücken erzeugen.
Reicht es, nur die oberste Geschossdecke zu dämmen?
Wird der Dachraum nicht bewohnt, muss nicht das ganze Dach gedämmt werden. Eine Dämmung auf der obersten Geschossdecke trennt den beheizten Wohnbereich vom kalten Spitzboden – mit weniger Fläche und ohne Eingriff in die Eindeckung. Soll der Boden weiter als Lager dienen, wird er begehbar ausgeführt, etwa mit druckfesten Dämmplatten und einer Lage Holzwerkstoff obenauf. Auch hier braucht es auf der warmen Seite eine luftdichte Schicht, damit keine feuchte Raumluft in die Balkenlage zieht.