Eine Altstadt, die ihre Form behalten hat
Urkundlich nachweisbar wurde Heiligenhafen 1305 mit dem lübschen Recht belehnt. Feuer und Wasser setzten der Stadt mehrfach zu: 1320 litt sie unter einer Überschwemmung, 1391 brannte sie bis auf acht Häuser nieder. Den Mittelpunkt bildet heute die Altstadt mit der über 750 Jahre alten Stadtkirche und dem Marktplatz, an dem das Rathaus von 1882 steht, ursprünglich als Wohnhaus gebaut. Die Altstadt mit ihren Straßenzügen und dem Markt blieb weitgehend in ihrer ursprünglichen Form erhalten, Bürgerhäuser wurden zum Teil im Rahmen der Städtebauförderung saniert.
Wer ein solches Haus besitzt, fragt vor Arbeiten an Dach oder Fassade zuerst, ob es als Kulturdenkmal eingetragen ist. Für den Dachstuhl selbst gilt: aufmessen, jedes tragende Holz einschätzen und erst dann zwischen Reparatur, Verstärkung und Austausch entscheiden.
Wohnhäuser aus den Nachkriegsjahren
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl durch Flüchtlinge und Vertriebene sprunghaft von 3.500 auf 10.700. Mit Programmen, die Bund, Land und Kreis unterstützten, entstanden neue Wohnhäuser, der Siedlungsbereich dehnte sich erheblich aus. Heute zählt Heiligenhafen 9.501 Einwohner (Stand 31.12.2025).
Stammt ein Haus aus dieser Zeit und wurde das Dach seither nicht erneuert, lohnt ein prüfender Blick nach oben: Wie stark ist die Dämmung, gibt es eine Unterdeckung, und sind die Sparren hoch genug für einen heutigen Aufbau? Reicht ihre Höhe nicht, werden sie aufgedoppelt, oder die Dämmung kommt als Aufsparrendämmung von außen aufs Dach.
Warder, Binnensee und Steilküste
Der Ortskern liegt an einer Bucht, deren abgetrennter Teil Binnensee heißt; Steinwarder und Graswarder trennen sie von der Ostsee, und der Graswarder ist Vogelschutzgebiet. Westlich des Ortes liegt eine Steilküste mit dem Leuchtfeuer Heiligenhafen. Auf offenen Grundstücken am Wasser setzen Wind und Salzluft Holz und Beschlägen zu. Ein Terrassendach braucht dort Anker gegen Sog, eine Fassade eine Lüftungsebene und Schrauben aus Edelstahl.