Wie ist eine Holzrahmenwand aufgebaut?
Das Grundgerüst besteht aus Schwelle, Ständern und Rähm, meist aus Konstruktionsvollholz. Die Ständer stehen häufig im Abstand von 62,5 Zentimetern – abgestimmt auf die Breite gängiger Platten.
Für den Feuchteschutz gilt die Regel „innen dichter als außen“: Die Schichten werden nach außen hin durchlässiger für Wasserdampf, damit Feuchtigkeit, die doch in die Wand gelangt, nach außen austrocknen kann. Von innen nach außen sieht ein typischer Aufbau so aus:
- Innenbekleidung aus Gipsfaser- oder Gipskartonplatten
- Installationsebene, in der Leitungen verlaufen, ohne die luftdichte Schicht zu durchstoßen
- aussteifende Beplankung, oft OSB mit verklebten Stößen, die zugleich luftdicht abschließt
- Ständerebene mit Gefachdämmung aus Mineralwolle, Holzfaser oder Zellulose
- außen eine Holzfaserplatte als Putzträger oder eine diffusionsoffene Schicht mit hinterlüfteter Bekleidung
Warum werden die Wände oft vorgefertigt?
Holzrahmenwände lassen sich als komplette Elemente mit Dämmung, Beplankung und Fensteröffnungen unter Dach herstellen und anschließend per Kran versetzen. Die Bauteile bleiben dabei trocken, und die Baustelle steht nur kurz offen – bei einem Anbau an ein bewohntes Haus ein spürbarer Vorteil.
Ist das Grundstück für einen Kran schlecht erreichbar, werden die Wände auch vor Ort auf der Bodenplatte zusammengesetzt und aufgerichtet. In beiden Fällen sollte das Holz beim Einbau etwa die Feuchte haben, die es später im Gebäude annimmt. Sonst schwindet es nach dem Einzug und hinterlässt Risse in Putz und Innenbekleidung.
Anbau oder Aufstockung – worauf kommt es an?
Ein Anbau braucht eine eigene Gründung, meist eine Bodenplatte, die ein Betonbauer herstellt. Heikel ist die Fuge zum Bestand: Alt- und Neubau setzen sich unterschiedlich, deshalb wird der Anschluss so ausgebildet, dass er kleine Bewegungen aufnehmen kann und trotzdem luft- und schlagregendicht bleibt.
Bei einer Aufstockung zählt das geringe Eigengewicht der Holzbauweise. Ein zusätzliches Geschoss in Holz belastet Wände und Fundamente des Bestands deutlich weniger als gemauerte Wände. Ob vorhandene Decke, Ringbalken und Gründung die neuen Lasten aufnehmen, muss dennoch nachgewiesen werden. Gute Kandidaten sind Bungalows mit Flachdach oder Häuser, deren Dachgeschoss sich kaum nutzen lässt.
Wie sicher ist Holz bei Feuer und Lärm?
Dass Holz brennt, wird bei der Planung einkalkuliert. Welchen Feuerwiderstand eine Wand erreichen muss, hängt von der Gebäudeklasse nach Landesbauordnung ab. Bei frei stehenden Ein- und Zweifamilienhäusern sind die Anforderungen gering; wo sie steigen, erreichen Holzrahmenwände mit Bekleidungen aus Gipsplatten und nichtbrennbarer Dämmung zum Beispiel die Einstufung „feuerhemmend“.
Beim Schallschutz arbeitet der Leichtbau nach dem Prinzip Masse-Feder-Masse: Zwei Schalen, getrennt durch eine weiche Dämmschicht, dämmen besser als eine einzelne Schale gleichen Gewichts. Federschienen oder getrennte Ständerreihen verbessern den Wert weiter – wichtig etwa zwischen zwei Wohnungen. Den Maßstab setzt die DIN 4109.
Wer weist die Standsicherheit nach?
Wie jedes Gebäude braucht auch ein Holzrahmenbau einen Standsicherheitsnachweis. Ständer und Beplankung bilden gemeinsam eine Scheibe, die Windkräfte aufnimmt und in die Bodenplatte weiterleitet. Wo Kräfte gebündelt ankommen, etwa an Gebäudeecken und neben großen Fensteröffnungen, sichern Zuganker die Wand gegen Abheben. Auch die Decke trägt zur Aussteifung bei: Eine Holzbalkenlage mit aufgeschraubter Plattenlage wirkt als liegende Scheibe und verteilt Windkräfte auf die Wände. Aus der Berechnung des Tragwerksplaners entstehen die Werkpläne für Fertigung und Montage.