Rund um den Stendorfer See
Kasseedorf liegt im Herkunftsbereich der Schwentine, östlich angrenzend an die Kreisstadt Eutin. Das Gemeindegebiet erstreckt sich rund um den Stendorfer See, der 54 Hektar groß und bis zu acht Meter tief ist. Beim Ortsteil Griebel liegt außerdem der Griebeler See, südlich des Dorfes der Oberteich.
Als Chuserestorp, „Dorf der Keuschen“, taucht der Ort 1201 erstmals in den Quellen auf – der Name erinnert an Mönche, die hier lebten. Weil bald auch der Bungsbergurwald zum Dorf gehörte, entstanden dort mehrere Rodungsdörfer. 1784 begann die Verkoppelung: Statt der Allmende bekamen die Bauern eigene Felder, und Knicks wurden angelegt. Heute zählt die Gemeinde im Amt Ostholstein-Mitte 1.363 Einwohner (Stand 31.12.2025).
Gut Stendorf: ein Ensemble unter Schutz
Zum Gutsbezirk Stendorf gehörten einst auch Kasseedorf, Sagau und Griebel. 1750 wurde ein neues Herrenhaus errichtet und ein Park angelegt; 1876 kam auf einer Anhöhe am See ein Jagdschloss hinzu, das der Malenter Architekt Alfred Schulze 1932 zum heutigen Herrenhaus umbaute. Die Gesamtanlage aus Gut und Dorf wurde 1985 unter Denkmalschutz gestellt; von 2000 bis 2008 wurden die Gebäude des Gutes denkmalgerecht saniert.
Wer in einem solchen Ensemble ein Haus besitzt, plant Arbeiten an Dach und Fassade nicht allein. Auch ein unscheinbares Nebengebäude kann Teil des geschützten Ganzen sein. Über Eindeckung, Gauben, Holzart und Farbe einer Fassade entscheidet dann die Denkmalbehörde mit – sinnvollerweise, bevor ein Angebot eingeholt wird, damit es schon auf ihren Vorgaben beruht.
Am Wasser bauen: erst die Lage klären
Ob am Stendorfer oder am Griebeler See: Bei einem Grundstück nahe dem Ufer zählt zuerst die planungsrechtliche Lage. Schutzstreifen nach dem Landesnaturschutzgesetz gelten an Seen ab einem Hektar, aber nur im baurechtlichen Außenbereich. Ob ein Grundstück dazugehört, beantwortet im Zweifel die Bauaufsicht.
Für das Holz selbst ist weniger die Nähe zum Wasser entscheidend als die Frage, ob es nach Regen wieder trocknen kann. Pfosten mit Luft zum Boden, abgeschrägte Oberkanten, auf denen kein Wasser stehen bleibt, und Bretter mit einem Lüftungsspalt dahinter sind konstruktiver Holzschutz: Sie sorgen dafür, dass Feuchte nicht im Holz bleibt.